Irgendwann brennt’s.

„Das erschreckende Bild von Gewaltbereitschaft sei durch nichts zu rechtfertigen“, sagt der Herr Gabriel. Zu einem brennenden Frankfurt, in dem gerade ein 1,2 Mrd. teurer Protzbau der EZB eingeweiht wird. 28 Millionen Baukosten pro Etage? Kann man machen, wenn man sich das Geld selbst druckt.

Aber es ist doch ein sehr seltsames Zeichen, in einer Zeit, in der viele Europäer keine Arbeit haben und nicht krankenversichert sind. In der viele in der (oft von Banken gestrickten) Schuldenfalle sitzen und sich nicht mehr aufrappeln können. In einer Zeit in der wir nichts für unsere wenigen Ersparnisse bekommen, denn die niedrigen Zinsen sollen die Wirtschaft ankurbeln. Eine Wirtschaft, in der sich  „Normalbürger“ (wie die Politik das arbeitende Volk so schön nennt) abrackern und unter der Steuerlast fast zusammenbrechen. Denn für die „Normalen“ gibt es keine Schlupflöcher. Also können wir gerade so die Nase über Wasser halten.

Auf der anderen Seite hat das Finanzsystem unserer Staatengemeinschaft 1,2 Mrd. für einen Hauptsitz locker. Da sollte wohl Vollbeschäftigung im Lande herrschen und das Volk im Reichtum schwelgen, möchte man meinen. Nachdem das nicht der Fall ist, mutet es schon fast wie ein Stammesfüstentum an. Da beuten auch einige wenige Ultra-Reiche das ganze Volk aus.

Wenn wir „Normalbürger“ dann auch noch ständig mit Dingen konfrontiert werden, die einfach über unseren Kopf hinweg entschieden werden, die wir nicht wollen, die uns Angst machen oder unsere Existenz bedrohen könnte es sein, dass vielleicht hie und da ein wenig Unmut entsteht.

Dann hört keiner zu. Gehen Demonstranten friedlich auf die Straße und zünden ein paar Kerzen an, berichtet vielleicht der Kreisbote im Lokalteil und bringt ein romantisches Foto – hat aber wieder vergessen, worum es den Demonstranten eigentlich ging. Das Problem ist hausgemacht, denn erst wenn es laut und hell wird, rappelt sich die Presse auf, einmal hinzusehen. Dann fühlen sich auch die Damen und Herren Politiker verpflichtet, etwas dazu zu sagen. Und dann kann es sein, dass sich vielleicht irgendwo etwas (ganz kleines, ganz langsam) ändert.

Insofern – Herr Gabriel – könnte es sein, dass diese von Ihnen zitierte „Gewaltbereitschaft“ etwas aus der politischen Ignoranz und der Kombination aus Unmut, Verzweiflung und dem Wunsch nach Gehör in Ihrem Volk zu tun hat.

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