Im Keim ein Kapitalist?

Der BUND hat in einer Studie herausgefunden, das über 88 Prozent des “industriell gefertigten” Billig-Putenfleisches mit resistenten Keimen belastet sind. Finde den Fehler? Aus meiner Sicht gibt es da gleich mehrere. Denn weniger „billig“ noch „industriell“ noch „gefertigt“ lässt sich in meinem Kopf schlüssig mit dem Thema „Tier“ verbinden.
Aber der Konsument ist wohl leider dumm. Oder ignorant. Oder beides. Denn wenn das Putensteak über einen Euro kostet, kauft er es nicht. Ob es schmeckt oder nicht und wie es dem Tier dabei geht? Egal.

Resistente Keime sind diese wunderbaren Keime, gegen die kein Medikament mehr wirkt. Die wir uns aber durch übermäßigen Antibiotika-Konsum selbst gezüchtet haben. In Krankenhäusern sind sie gefürchtet wie die Pest.
Im Falle der Massentierhaltung entstehen die Keime dadurch, dass viel zu viele Tiere auf viel zu engem Raum gehalten werden. Damit sie das ihr kurzes Leben lang aushalten, werden sie mit Antibiotika vollgepumpt. Eigentlich ist das seit Jahren verboten, möchte man meinen.
Aber Kapitalisten sind findig: Nachdem diese Art der Tierzusammenpferchung (von “Haltung” möchte ich hier lieber nicht sprechen) ohne Antibiotika gar nicht funktioniert, findet sicherlich jeder Produzent einen korrupten Veterinär, der die Antibiotika weiterhin verordnet. Dann steht eben auf dem Rezept, dass die Tierchen krank waren. Was auch nicht weiter verwunderlich ist. Auf Beton. Im Neonlicht. Mit 10 Tieren oder mehr auf einem Quadratmeter.

Es wundert mich nun also auch nicht mehr, warum ich kürzlich vor einer OP eidesstattlich versichern musste, dass ich beruflich nichts mit Tierhaltung zu tun habe. Es besteht also die Angst, diese Keime in ein Krankenhaus einzuschleppen. Das möchte man doch vom Patienten dann lieber schriftlich. Noch gruseliger finde ich dabei, dass die Tatsache dieser Keime in der Tierhaltung soweit bekannt ist, dass sogar Formulare für Krankenhäuser gedruckt wurden. Das wiederum wundert mich im Zusammenhang mit dem angeblichen Neuigkeitswert der BUND-Studie.

Der Wahnsinn geht noch weiter. Erst vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass „die Wissenschaft“ oder besser bekannt als die Pharma-Riesen ein neues Antibiotikum gegen multiresistente Keime gefunden hätten. Kommt nur mir dieser zeitliche Zusammenhang seltsam vor? Es gibt ein neues Medikament und kurz darauf wird den Verbrauchern Angst gemacht, dass sie von Fleisch krank werden?

Ein Schelm, der dabei böses denkt.

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