Zeichen des Lebens.

Anti-Falten-Cremes. Botox. Fruchtsäurepeelings. Wir wollen so glattgebügelt wie möglich aussehen. Oberflächliches Weichgebügle. Ein Tintenkiller gegen das Leben. Ein bisschen Nervengift gegen das Sein. Eine vordergründige Reset-Taste, die uns alle gleich macht. In der Regel zwei Augen, eine Nase, ein Mund. Aber keine Spur mehr von Persönlichkeit und Indivudalität.
Ist eine Plastik-Oberfläche heute tatsächlich der Belag der Wahl?

Früher war Massivholz toll. Marmor. Granit und Naturstein. Nur wer es sich nicht leisten konnte oder wollte, kaufte Plastik.

Ich finde, das gleiche gilt für Gesichter. Plastikoberflächen, völlig faltenfreie Gesichter, sehen aus, als könnte man es sich nicht leisten. Als könnte man es sich nicht leisten zu leben. Leere Blätter Papier. Weiße Fotos. Bilderrahmen ohne Inhalt. Gesichter wollen mit Leben gefüllt werden, um wirklich attraktiv zu sein.

Leben heißt Spuren hinterlassen und Zeichen setzen. Kleine und Große Andenken an Momente unseres Seins. Falten der Freude und des großen Glücks. Kleine Furchen für alles, was wir gemeistert haben. Größere für unsere ganz individuellen Heldentaten. Jedes Fältchen erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte eines einmaligen Lebens. Unsere ganz eigenen Geschichte.

Und das wollen wir einfach so wegbügeln? Wozu?

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