Wenn Nestlé mit George Clooney schreit…

Tausende von Menschen zahlen 80 Euro und mehr für ein Kilo Kaffee – meldet der Focus.
Meine spontane Reaktion: Lachen. Und Weinen. Und einmal wieder kalte Gänsehaut vor so viel…. Dummheit?

Die aktuellen Kurse für 1kg Kaffee liegen bei 3,75 Dollar.
Es wäre für mich ja noch verständlich, ja sogar lobenswert, wenn die anderen mehr als 70 Euro des Kaffee-Kilos an diejenigen gingen, denen sie zustehen. Aber nein. Wir verhängen Einfuhrzölle, beuten Drittweltländer aus, lassen Kinder auf Plantagen arbeiten und zahlen wahlweise afrikanischen oder kolumbianischen Kartell-Chefs ein bisschen oder auch mehr Geld für den Kaffee. Der natürlich alles für sich behält, um seinen Palast mit einer zweiten Schicht Blattgold zu überziehen.
Diese anderen 60 Euro schenken wir dem Schweizer Riesen Nestlé unter der Marke Nespresso. Ach nein, ein bisschen was auch noch an George Clooney, der fröhlich durch die Fernsehwerbung zur Prime-Time hampelt.

Die Marketingstrategen haben sich überlegt, dass es doch fein wäre, 5 bis 10 Gramm eines minder- bis mittelwertigen Kaffees aus fragwürdiger Herkunft (ach ja, 10% des Kaffees sind sogar FairTrade. Damit wird auch noch Werbung gemacht. Und die anderen 90%?) in bunte Alu-Kapseln zu füllen, die dann 39 Cent kosten. Ach ja und dann produzieren diese kleinen Alu-Teilchen (übrigens ein wertvoller Rohstoff, der in der Herstellung unglaublich viel Energie frisst) rd. 10.000 Tonnen Müll pro Jahr.

Und wir? Kaufen uns eine Maschine, die nur diese Kapseln verarbeiten kann, machen uns eine viertel Tasse Kaffee pro Einheit und fühlen uns wie George Clooney oder sein Date.

Ich trink erst mal noch eine Tasse Filterkaffee. Mit Milch.

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