Titten von der Stange.

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Darauf hat die Welt gewartet. Ganz sicher. Neue Brüste zu Schleuderpreis. Und heute zittern nicht mal mehr meine Augen. ich weiß gar nicht so genau was ich dazu sagen und wo ich anfangen will. Einerseits so viel, andererseits verschlägt es mir die Sprache.

Natürlich kann ich verstehen, wenn Damen sind mit ihrer Brust unwohl fühlen. Wenn irgendetwas nicht stimmt. Und ich verurteile niemanden, der für sich die Entscheidung trifft, etwas ändern zu wollen. Ich propagiere kein „nimm was Du bekommen hast und halt die Klappe.“ Das ist eine ganz persönliche Entscheidung, die jeder für sich so treffen sollte, wie es sich richtg anfühlt. Es kommt ganz auf die eigenen Situation an. Eine wichtige Entscheidung. Damit bin ich beim Thema. Eine WICHTIGE persönliche Entscheidung. Es geht um den eigenen Körper. Das Wohlbefinden und letzten Endes um unser Selbstbewusstsein. Und nicht um ein paar Aldi-Titten, die man sich aus einer Laune heraus mal gönnt. Weil’s grad Trend ist.

In letzter Zeit sehe ich unzählige Models und Mädchen, die an ihren Brüsten herumschnippeln lassen. An wunderschönen, natürlichen, perfekten Brüsten. Und das verschlimmbessert doch die Lage in den meisten Fällen? Es gibt junge Models, keine 20 Jahre alt, mit perfekten Brüsten. A-, B- und C-Körbchen. Wunderschön. Ein halbes Jahr später hat die Dame umfassbare Atom-Dinger. Von Narben übersät, aber dafür 3 mal so groß. Warum?

Was genau passiert in diesen Köpfen? Machen wir das wirklich für uns selbst? Würden wir es tun, wenn wir ganz alleine vor dem Spiegel stehen und uns betrachten würden? Würden wir einem Chirurgen ein Skalpell in die Hand drücken, uns aufschneiden lassen und uns Plastik unter die Haut schieben lassen? Wirklich?
Oder ist das wieder so ein Geltungs-Ding? Ein Schrei nach Aufmerksamkeit? Geliebt-werden-wollen? Und wenn schon nicht geliebt, dann wenigstens beachtet? Letztens ließ eine Dame sogar bei Facebook die Frage beantworten, ob sie sich die Brüste machen lassen soll. Mir hätte besser gefallen: „soll ich dumm bleiben, oder doch lieber studieren gehen?“

Es macht mich traurig. Denn was ist ein Umfeld, eine Freundschaft, eine Beziehung wert, wenn sie an den Brüsten festgemacht wird? Wenn wir uns tatsächlich einreden, dass mit neuen Plastik-Titten alles lebenswert und gut wird?
Ich glaube ganz fest daran, dass uns ein Freund, der uns mit natürlicher Brust nicht mag, auch mit Plastik-Brüsten nicht plötzlich lieben wird. Und wahren Freunden ist das doch wirklich egal. Und ein Umfeld, das „boah“ schreit, wenn sie neue Plastik-Titten sehen? Darauf kann man doch getrost verzichten. Dann kann ich mir auch ein Clown-Gesicht aufmalen, das bei Facebook posten und alle werden kommentieren „jetzt spinnt sie komplett“, „alles gut mit Dir, Süße?“ und „cool!“. Und schon hab ich meine Aufmerksamkeit und meinen Aufreger.

Auch wenn es „nur“ (sag ich wirklich, nur?) 3.000 Euro sind. Es gibt so vieles, was man damit anstellen kann. Ein Fernstudium beginnen. Mal-, Tanz- oder Sport-Kurse bis ans Lebensende belegen. Ein Fahrrad kaufen. Am Strand liegen. Die ganze Wohnung neu einrichten. Etwas Gutes tun. Ein eigenes Projekt anfangen. Unzählige Möglichkeiten.

Plastik-Titten sind sowas wie Gel-Fingernägel und gebleachte Zähne. Nur schlimmer. Danke an einen weisen Menschen für dieses wunderbare Zitat.

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